Presseberichte + Interviews
2025 ArtCraftLiving / Grace Denker Gallery - VIBRANT EXPRESSIONS
2025 Luciana Grandi / Galerie Helligkeit - Florian Wörrle
2023 Luca Franzil / Galerie ARTtime - Assolutamente Arte
2018 INKA Stadtmagazin Karlsruhe - RODEO STEREO
2016 INKA Stadtmagazin Karlsruhe - Florian Wörrle
2016 Stuttgarter-Zeitung - Florian Wörrle bei Strzelski "Kosmischer Zauber"
2016 Badische Neueste Nachrichten - Achterbahn der Techniken
2013 Stuttgarter-Zeitung- Liebesgrüße aus der Handgranate
Florian Wörrle
Luciana Grandi / Galerie Helligkeit / 2025
Florian Wörrle, ein deutscher Künstler aus Dillingen an der Donau, studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Dort entwickelte er einen charakteristischen Stil, der sich durch expressive Farbaufträge, dynamische Strukturen und einen experimentellen Umgang mit Materialien auszeichnet. Seine Arbeiten verbinden traditionelle Techniken mit innovativen Ansätzen und sprechen die Betrachter sowohl visuell als auch emotional an. Wörrles Werke thematisieren auf intensive Weise die Beziehung zwischen Materialität, Farbe und Wahrnehmung. Sie reflektieren die Gleichzeitigkeit von Reizüberflutung und Schönheit in einer sich wandelnden Welt. Kräftige Farben und haptische Strukturen verleihen seinen Arbeiten eine starke physische Präsenz und fordern den Betrachter zur Auseinandersetzung mit dem Werk im Raum auf. In seiner künstlerischen Praxis treffen spontane Experimentierfreude und akribische Detailarbeit aufeinander. Die Natur spielt eine zentrale Rolle als Inspirationsquelle und fungiert als Metapher für Entschleunigung und Beständigkeit, die in Kontrast zum digitalen Zeitalter stehen. Seine Kunst bleibt bewusst offen für Interpretation und bewegt sich zwischen Autonomie und Referenz, Struktur und Illusion. Mit seinen „Shaped Canvases“ und Farbobjekten bricht Wörrle die starren Grenzen der Tafelmalerei auf und schafft Werke, die durch ihre physische Präsenz faszinieren. Ein besonderes Merkmal seiner Kunst ist die vielschichtige Technik, die lebendige Farben, starke Kontraste und organische Formen miteinander vereint. Fließende Farbverläufe und dynamische Kompositionen erinnern an Naturmotive wie Blumenfelder oder Landschaften, wobei natürliche Wachstumsprozesse und Bewegungen durch tropfende oder fließende Farben nachempfunden werden. Wörrle lässt sich von bedeutenden kulturellen Strömungen wie dem Abstrakten Expressionismus inspirieren und nennt Künstler wie Jackson Pollock, Willem de Kooning und Gerhard Richter als Vorbilder. Zugleich greift er zeitgenössische Themen wie die Digitalisierung und den Umgang mit Bilderfluten auf. Sein Werk hinterfragt traditionelle Bildsprachen und dekonstruiert bewusst künstlerische Klischees, um neue Perspektiven zu eröffnen. Florian Wörrles Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, den Niederlanden und Italien präsentiert. Seine Werke sind Teil namhafter Sammlungen, darunter die PIFO Gallery in Peking, das Kunstmuseum Heidenheim und private Kollektionen in Deutschland, den USA, England und Liechtenstein.
VIBRANT EXPRESSIONS – Florian Wörrle
ArtCraftLiving / Blog-Artikel vom 26.03.2025
Unter dem Motto „VIBRANT EXPRESSIONS“ präsentieren zwölf Künstlerinnen und Künstler aus ganz Deutschland ab dem 28. März 2025 jeweils zwei ihrer Werke in der GRACE DENKER GALLERY. Sie geben Einblicke in ihr Schaffen und wecken Lust auf mehr. Die vielfältigen Methoden, Ideen und Konzepte sorgen für ein einzigartiges und inspirierendes Erlebnis.
Florian Wörrles künstlerische Reise ist eine tiefgründige Erforschung der Inspiration durch die Natur, die über eine direkte semantische Interpretation hinausgeht. Seine Arbeit lebt von Analogien, Strukturen und Metaphern, die eine feine Balance zwischen autonomer Bildlichkeit und einer Illusion von Referenzialität schaffen. Dieser einzigartige Ansatz führt zu paradox anmutenden Kreationen, die sowohl visuell als auch haptisch fesselnd sind.
Sein künstlerischer Prozess ist ein Tanz zwischen spontanem, experimentellem Umgang mit Materialien und akribischer Verfeinerung. Diese Dualität bringt faszinierende Formen hervor, die Betrachter mit ihren lebendigen Farben und Texturen in ihren Bann ziehen. Wörrles aktuelle Kollektion betont die physische Präsenz von Kunst als Gegenpol zur digitalen Entmaterialisierung. Indem er das Verhältnis zwischen materieller und visueller Repräsentation neu definiert, brechen seine Werke mit traditionellen Formen des Tafelbildes und entwickeln sich zu Farbobjekten, die sich im Raum behaupten und die Betrachter direkt ansprechen.
Wörrles Kunst ist ein Akt der Freiheit und kindlichen Entdeckung, der sich dem überwältigenden Einfluss digitaler Medien und virtueller Welten widersetzt. Mit Blick auf die Zukunft strebt er an, tiefer in die grundlegenden Aspekte der visuellen Wahrnehmung und Materialität einzutauchen. Seine Fusion aus Farbobjekten und Materialbildern stellt sowohl das Vertraute als auch das Fragende infrage, spielt mit kanonisierten Bildsprachen und entlarvt Klischees. Diese Erforschung der Bildtheorie und Wahrnehmung in unserer zunehmend digitalisierten Welt bleibt für ihn ein spannendes Unterfangen.
Durch seine Kunst vermittelt Wörrle das Lustprinzip und lädt die Betrachter ein, ein sinnliches Erlebnis zu genießen. Seine Werke strahlen eine unbändige Freude an Farbe, Material und Schaffenskraft aus und ermutigen das Publikum, ein Kunsterlebnis zu genießen, das mehrere Sinne anspricht. Die Werke stehen im Widerspruch zu zeitgenössischen Tendenzen der Entmaterialisierung und betonen die unleugbare Präsenz des Körperlichen.
Wörrles Ausstellung bietet eine Feier der sinnlichen Freude und lädt die Betrachter ein, in die greifbare Schönheit der Kunst einzutauchen, die sowohl den Körper als auch die Seele anspricht.
Florian Wörrle – Alles nur nicht flach
Jayanthan Sriram / Galerie Strzelski / 2015
Wie viele von uns saßen schon im Kunstunterricht und wurden in unseren Konzeptionen und Arbeiten durch Sprüche wie „Man malt nicht über die Ränder hinaus“ gebremst? Vielleicht hat solches Eingrenzen der Kreativität in der Grundschule noch eine pädagogische Berechtigung, wo noch um die Feinmotorik des Heranwachsenden gerungen wird, jedenfalls vermittelt diese Äußerung ein sehr veraltetes Bild der Kunst. Ein Bild, welches sehr klar und immer noch in den Köpfen der Menschen vorherrscht: „Kunst hat Schön zu sein“ – ein alter Hut. Aber auch „Kunst, das ist ein Bild auf einer Leinwand“, „Kunst, das ist die Darstellung von Dingen aus dieser Welt“. Jeder der im Hier und Jetzt lebt und die letzten hundert Jahre der Menschheitsgeschichte nicht verpasst hat, weiß wie unglaublich eingeschränkt diese Perspektiven sind. Und doch, werden sie wahrscheinlich noch an Schüler vermittelt. Dabei ist Kunst in erster und eigentlich einziger Linie ein Ausdruck des Künstlers. Welche Form er dabei nutzt, welches Material ist egal. So oder so, Kunst kennt keine Ränder.
Florian Wörrle geht mit seiner Kunst einen interessanten Weg. Er ist nicht nur ein in sich geschlossener Künstler, sondern auch Lehrer an einem Gymnasium. Falls von seiner Kunst auf seine Lehrtätigkeit geschlossen werden kann, ermutigt er die Schüler, mit dem Verständnis des flachen Bildes zu spielen.
Am besten lässt sich Wörrles Kunst aus seinen Materialen heraus erklären: Man findet hier nie das normale Setup von „Öl auf Leinwand“. Wörrle arbeitet mit allem was ihm unter die Hände kommt. Die Auflistung des Materials liest sich dabei wie das Resultat eines Besuchs im Baumarkt. Er verwendet PU-Schaum, Acrylfarbe und Lack um seine Übungen in Form und Farbe ins Leben zu rufen. Dass dabei hinter diesem Pulk von Material als Träger immer noch eine Leinwand dient, lässt sich bei den fertigen Werken nur noch erraten. Seine Arbeiten sind dabei nie wirklich viereckig und perfekt abzugrenzen. Zum Beispiel lässt er in „Fetter Ecke“ ein Eck zerfließen und häufig noch Tropfen der Farbe überstehen. Dabei sind Titel wie „Gotham City“ oder „Tischlein deck dich“ nicht nur Anlehnungen an Bekanntes, sie scheinen den freien Formen ein Gefühl mitzugeben und der Rezeption auf die Sprünge zu helfen; selbst dann, wenn der Titel „Spritzgebäck“ lautet. Wegen ihrer Buntheit provozieren die Bilder Kitschverdacht. Kitsch ist ein Begriff der die trivialsten Ausdrücke in der Kunst abwertend bezeichnet, doch sind Wörrles Werke vielleicht gerade deshalb trivial, weil sie in ihrer impliziten Offenheit der Formen jeden ansprechen können ohne jedoch einen verkopften Diskurs über Konzepte wie Wahrheit oder Schönheit auslösen zu wollen? Es geht in der Kunst an erster Stelle, um den Ausdruck. Und so wie das Bild keine Ränder haben und nicht nur Flach an die Leinwand gebunden sein sollte, ist der Ausdruck niemals trivial.
Um wieder auf Wörrles Tätigkeit als Lehrer zurückzukommen: Jeder Lehrer war selbst einmal Schüler und Wörrle war bei Anselm Reyle. Reyles Kunst ist ein Spiel mit der Materialität und der Konzeption von High und Low Art, bei Wörrle lassen sich viele dieser Züge wiederfinden. Reyle gab seinen Impetus an den Schüler Wörrle weiter und dieser wird die Idee, dass Kunst den Rahmen sprengt und nicht nur ein bloßes Bild an einer Wand ist, an seine Schüler weitergeben. Wie sich diese Idee dann weiterentwickeln wird, lässt sich zwar noch nicht absehen, aber stets begrüßen. Zudem scheint der nächste logische Schritt für Wörrle selbst die Ablösung von der Wand und die Eroberung des ganzen Raums, in Form von Skulpturen zu sein. So, dass sich keiner mehr darüber beschweren kann, wenn da was „absteht“.